Nebennieren Insuffizienz bei Leukämie: der vermeidbare Mangel an Stresshormonen
Cortison in der Krebstherapie – Lebenswichtig, aber nicht ohne Risiko
Cortison ist ein fester Bestandteil der Behandlung bestimmter Leukämie-Erkrankungen bei Kindern. Es hilft, Krebszellen effektiv zu zerstören – kann aber gleichzeitig die körpereigene Produktion von lebenswichtigen Stresshormonen wie Cortisol unterdrücken. Das kann zu einer sogenannten Nebenniereninsuffizienz führen – ein Zustand, der für betroffene Kinder gefährlich werden kann, weil der Körper nicht mehr ausreichend auf Belastungen wie Infektionen reagieren kann.
Ziel: Risiken besser erkennen, Leiden verhindern
Das Forschungsprojekt, das wir 2024 mit 84’168 CHF unterstützt haben, untersucht, welche Kinder besonders gefährdet sind und wann genau die körpereigene Hormonproduktion beeinträchtigt ist. Denn die Symptome einer Nebenniereninsuffizienz lassen sich bei Kindern in Krebstherapie nur schwer von den Nebenwirkungen der Chemotherapie unterscheiden – und werden deshalb oft übersehen. Wenn es gelingt, die Risikofaktoren besser zu identifizieren, kann ein Mangel frühzeitig erkannt und gezielt mit Hormonersatz behandelt werden. Das erspart den Kindern unnötiges Leiden – und kann Komplikationen verhindern.
Ein Schritt in Richtung sicherere Therapien
Bereits fünf Familien haben sich 2024 bereit erklärt, an der Studie teilzunehmen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Wissen über die Nebenwirkungen von Cortison und helfen, die Therapiesicherheit bei krebskranken Kindern nachhaltig zu verbessern.
Die Forschung geht 2026 weiter
Dank der erfolgreichen Vorläuferstudie kann das Projekt nun in die nächste Phase starten. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, wie wichtig eine zuverlässige Überwachung der Nebennierenfunktion nach einer Cortison-Behandlung ist. Nun soll dieses Wissen direkt in den klinischen Alltag übertragen werden.
Weniger Belastung – mehr Sicherheit
In der neuen Studie werden rund 50 Kinder und Jugendliche in der Region Basel begleitet. Statt aufwendiger Spezialtests nutzen die Forschenden ausschliesslich bereits vorhandene Blutproben aus der regulären Behandlung. So kann der Cortisolspiegel gemessen werden, ohne dass zusätzliche Blutentnahmen oder Untersuchungen notwendig sind.
Ziel ist es, einen Cortisolmangel frühzeitig zu erkennen und Kinder gezielt zu behandeln. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Kinder unnötig Cortison erhalten, wenn keine Nebennierenunterfunktion besteht.
Forschung mit direktem Nutzen
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich die Nebennierenfunktion nach einer Krebsbehandlung entwickelt. Langfristig sollen Ärztinnen und Ärzte die Behandlung noch individueller anpassen können. Das erhöht die Sicherheit, reduziert Belastungen für die betroffenen Kinder und verbessert die medizinische Versorgung nachhaltig.
Unsere Unterstützung
Wir fördern dieses Projekt auch im Jahr 2026 mit 19’760 CHF, weil es betroffenen Kindern nicht nur langfristig, sondern auch ganz konkret während der Behandlung helfen kann – durch bessere Vorbeugung, gezielte Überwachung und schnelle Hilfe im Fall eines Hormonmangels.
Projektpartner: Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), Pascal Gächter, Arzt Pädiatrie
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