Sicherere Medikamententherapien nach Stammzelltransplantation
Infektionen nach Stammzelltransplantation gezielt vorbeugen
Kinder mit Blutkrebs benötigen oft eine Stammzelltransplantation, um geheilt werden zu können. Diese Therapie rettet Leben – sie schwächt jedoch das Immunsystem erheblich. Gerade in den Wochen danach besteht ein besonders hohes Risiko für gefährliche Infektionen, unter anderem durch das Zytomegalovirus (ZMV). Erwachsene erhalten zur Vorbeugung bereits erfolgreich das Medikament Letermovir. Bei Kindern ist der Einsatz jedoch noch kaum erforscht.
Wie wirkt Letermovir bei Kindern?
Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie Letermovir bei Kindern aufgenommen, verarbeitet und ausgeschieden wird. Dabei vergleichen die Forschenden die Werte mit jenen von Erwachsenen und berücksichtigen den Gesundheitszustand sowie weitere Medikamente, die das Kind erhält. Ziel ist es, eine sichere und wirksame Dosierung für Kinder nach einer Stammzelltransplantation zu finden. So lassen sich ZMV-Infektionen gezielter verhindern – und gleichzeitig unnötige Nebenwirkungen vermeiden.
Nächster Schritt der Forschung: Personalisierte Medikamentendosierung
Die Erkenntnisse aus der Letermovir-Studie bilden die Grundlage für den nächsten Forschungsschritt. Nun untersuchen die Forschenden, ob körpereigene Stoffwechselmarker dabei helfen können, Medikamente nach einer Stammzelltransplantation noch präziser auf die individuelle Situation von Kindern und Jugendlichen abzustimmen.
Da nach einer Stammzelltransplantation häufig mehrere Medikamente gleichzeitig eingesetzt werden und sich deren Wirkung gegenseitig beeinflussen kann, ist die richtige Dosierung besonders anspruchsvoll. Ziel des Projekts ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und die Medikamententherapie künftig noch sicherer und wirksamer zu gestalten.
Forschung für mehr Sicherheit
Langfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden, Nebenwirkungen zu reduzieren und die Behandlung individuell an die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes anzupassen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer personalisierten und sicheren Therapie nach einer Stammzelltransplantation.
Unsere Unterstützung
Wir haben dieses Forschungsprojekt in Phase 1 im Jahr 2024 mit CHF 50’000 unterstützt und Phase 2 im Jahr 2026 mit 49’300, weil es die medizinische Versorgung für schwer kranke Kinder verbessert.
Projektpartner: Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), Dr. med. Tamara Diesch-Furlanetto, Dr. Verena Gotta
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